Tarifvertrag m+e mitte

Warum ist die Arbeit für ein tarifvertraglich gebundenes Unternehmen von Vorteil? Im selben Monat schloss Verdi seinen ersten Tarifvertrag mit der Deutschen Lufthansa ab. [24] Kurze Zeit später wurde Verdi offiziell in den DGB aufgenommen. [25] Die Tochtergesellschaft “Rat.geber GmbH” berät Vorstände und Ausschüsse und betreibt die öffentliche Buchhandlung am Verdi-Verwaltungssitz in Berlin. Die Tarifpolitik von Verdi hat vor allem durch Arbeitskämpfe im öffentlichen Dienst große Media-Aufmerksamkeit erregt. 2006 haben die Gewerkschaftsmitglieder einen neuen Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst der Bundesländer angenommen, nachdem sie zuvor drei Monate lang gestreikt hatten. [55] Der Marburger Bund lehnte das damalige Verhandlungsergebnis ab und führte die Medien zu der Meldung, er begebe sich “auf Kollisionskurs” mit Verdi. [57] Die Tarifgemeinschaft der beiden Gewerkschaften war bereits im Vorjahr aufgelöst worden. [58] 2007 starteten Verdi und der Deutsche Beamtenbund (DBB) eine drei Millionen Euro teure Werbekampagne unter dem Motto “Genug gespart”. [59] Ziel der Kampagne war es, die Aufmerksamkeit stärker auf die Arbeit des öffentlichen Dienstes im Vorfeld neuer Tarifverhandlungen zu lenken. [60] Nach einer Warnstreikwelle und mehreren Verhandlungsrunden forderten die Parteien im März 2008 eine Schlichtung. [61] [62] Obwohl dies misslang, einigte sich Verdi schließlich mit Bund, Ländern und Kommunen auf einen neuen Tarifvertrag.

[63] [64] Die Gewerkschaft erzielte eine Lohnerhöhung von acht Prozent,[65] was einige Beobachter als schwere Belastung für die öffentlichen Haushalte bezeichneten. [66] Verdi zog im Handelsstreit insgesamt 50.000 neue Mitglieder an. [67] Später gelang es ihr, diesen Erfolg bei ähnlichen Verhandlungen im Jahr 2018 mit einer Vereinbarung zu wiederholen, die eine kumulative Erhöhung der Gehälter um 7,5 Prozent über einen Zeitraum von 30 Monaten vorsieht und Aufstockungen und zusätzliche Zahlungen umfasst, die den öffentlichen Sektor zu einem attraktiveren Arbeitgeber machen sollen. [68] Ab 2019 gilt der neue Tarifvertrag über einmalgezahlte Zusatzgelder (TV T-ZUG) in tarifgebundenen Unternehmen. Die Einmalzahlung (T-ZUG) besteht aus zwei Teilen: erstens einem Betrag von 27,5 Prozent des individuellen durchschnittlichen Monatslohns und zweitens einer Zahlung in Höhe von 12,3 Prozent des Grundlohns für Facharbeiter (400 Euro im Jahr 2019). Bestimmte Arbeitnehmergruppen, zum Beispiel Mitarbeiter, die Kinder erziehen oder Angehörige pflegen, haben nun eine neue Möglichkeit: Unter bestimmten Voraussetzungen können sie statt der zusätzlichen Einmalzahlung von 27,5 Prozent acht zusätzliche freie Tage pro Jahr wählen. Ein “fester” Teil Ihres Gehalts ist in der Regel Ihr festes Monatsgehalt plus zusätzliche Zahlungen wie Leistungsprämien, Urlaubsgeld, Sonderzahlungen und dergleichen.

This entry was posted in Uncategorized. Bookmark the permalink.